Ludwigshafen. Verängstigte Fünfjährige zu dritter Woche Quarantäne verdonnert ohne Grund? Schlamperei bei Testungen?

Veröffentlicht 1. April 2021.
Aktualisiert am 1. April 2021 | 10:35 Uhr

Ludwigshafen. Nach monatelanger Schließung eines Kindergartens wurde dieser endlich geöffnet. Aber die Freude währte nur kurz. Der Kindergartenleitung wurde Anfang März per Injektion das lediglich vorläufig zugelassene Mittel gegen Corona verabreicht, offenbar von Astrazeneca oder Biontech. Dann schlug, wie schon mehrfach in solchen Fällen nach einer Impfung geschehen, bei der Leitung ein PCR-Test positiv an. ALLE Kinder mussten deswegen offenbar in Quarantäne und der Kindergarten war gleich wieder geschlossen. Die Quarantäne des Kindes wurde vom Gesundheitsamt überprüft und es fand ein Besuch zu Hause statt, wie WIM berichtet wurde. Man stand vor der Türe und das Kind musste gezeigt werden. Warum andere Mütter mutmaßlich nicht kontrolliert wurden, ist nicht bekannt. Hat es etwas damit zu tun, wenn man sich offen kritisch gegenüber den Maßnahmen bzw. der fragwürdigen Durchführung der Verordnungen äußert?

Nach ein paar Tagen, und zwar während der Quarantäne, mussten alle Kinder aber trotzdem noch einmal in den Kindergarten, nämlich für einen PCR-Test, so wurde mir berichtet. Ob die Mütter mit ihren Kindern mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten oder mit dem Auto oder zu Fuß, hierfür waren der Verdacht auf Krankheit offenbar nicht groß genug für das Gesundheitsamt dies anders zu gestalten. Ich vermute aus Effizienzgründen fürs Gesundheitsamt. Man konnte so der Bürgermeisterin und der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, Vollzug melden. Die Order kleine Kinder mit Wattestäbchen tief in den Rachen hineinzustoßen, wurde erfolgreich ausgeführt. Oder hätte auch ein Wangenabstrich genügt, wie man es der Mutter zuvor zusagte? Man stand, nach Angaben der Mutter, eng an eng, Eltern und Kinder im Kindergarten-Gebäude und ließ sich von zwei Personen einer rechts und einer links testen. Die Vorladung zur Testung im Kindergarten selbst bilde ich neben den weiteren Anordnungen unten ab.

Das Kind soll nun ein zweites Mal getestet werden. Warum, versteht die Mutter nicht und ich nach der Durchsicht auch nicht. Das gibt die Verordnung nämlich meiner Kenntnis nach gar nicht her. Das Kind war schließlich negativ getestet und nur sogenannte “Kontaktperson” der positiv getesteten Kita-Leiterin. Das Kind hat immer noch Angstzustände wegen des invasiven Eingriffs. Von daher entscheidet sich die Mutter gegen den angeordneten zweiten Test. Die Mutter wird mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro bedroht, wenn sie ihr Kind nicht auch noch eine dritte Woche im Haus und ohne Kontakte behält. Man verweist auf die Absonderungsverordnung Ludwigshafen § 6. Ich vermute, dass die Mitarbeiter sich insgeheim und fälschlicherweise irgendwie auf § 2 der  Absonderungsverordnung beziehen, die allerdings nur positiv Getestete betrifft. Die Mutter aber versichert, dass das Kind negativ getestet wurde. Und die mir vorliegenden Unterlagen geben auch nichts anderes her. Anstatt der eigenen Verordnung zu folgen, wird der Mutter gegenüber und behördenintern die dritte Woche offenbar mit einer angeblichen veränderten Variante des angeblichen Corona-Virus argumentiert.

Ich habe mit der Mitarbeiterin im Gesundheitsamt gesprochen, die der Mutter die Anweisung zur Quarantäne zusendete. Sie wollte / konnte keine Rechtsgrundlage nennen. Bisher gab es keinen weiteren Rückruf. Die dritte Woche Quarantäne nach verweigertem zweiten Test scheint eine allgemeine Vorgehensweise zu sein. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass das so nicht in der Verordnung steht, was sie da tut. Zumindest kann ich das nicht erkennen. Sie wollte mit ihrem Vorgesetzten Rücksprache halten und legte einfach auf. Auf den Rückruf warte ich bislang. In der Corona-Hotline zeigte man mir gegenüber eine andere Auffassung nach der mit dem negativen Test und den zwei Wochen Quarantäne als “Kontaktperson” die Sache erledigt sei. Zunächst rief ich übrigens vor Öffnung der Hotline 0621-504 6000 an. Kurios, dort lautete die Bandansage: “Zur Zeit liegt keine Gefahrensituation in der Stadt vor.” Die Pressestelle der Stadt Ludwigshafen hatte ich erreicht und so bald hier eine Antwort kommt, wird dies hier auf wim-zeitung.de veröffentlicht. Aber eine Klärung nach Ostern kann keine Lösung sein. Dann ist Woche um.

 

Schreiben vom 22.3.2021

 

 

 

 

 

 

Schreiben vom 31.3.2021

 

 

 

 

Absonderungsverordnung Ludwigshafen § 6

https://wim-zeitung.de/wp-content/uploads/2021/04/AbsonderungsVO_konsolidierte_Fassung.pdf