Offenbar Spreng-Mittel-Räum-Kommando wegen komischer Farbe am Paket im Rhein-Necker-Kreis. Zeitgleich Postgesetz

Aktualisiert am 20. Februar 2021 | 16:19 Uhr von wim

Werden Beamte derzeit dazu missbraucht, eine mögliche Falschnachricht vermehrt gefährlicher Pakete in die Welt zu setzen? Es wird jedenfalls keinerlei Vergleich einer angeblichen Gefährlichkeit von Postsendungen zu frühen Zeitpunkten genannt. Schon gar keine fundierten konkreten Aussagen wurden bekannt. Lediglich der Eifer mit dem jetzt die Post der Bürger verfolgt wird, zeigt sich in den Meldungen durch Polizeibeamte, die letztendlich durch die Regierungen der Bundesländer weisungsgebundenen sind. In Baden-Württemberg heißt es jetzt von der Polizei Mannheim Heidelberg: “Über die Ursache der auffälligen äußerlichen Beschaffenheit des Pakets (Verfärbung der Hülle), welche den Verdacht erweckt hatte, die Sendung könnte Sprengstoff enthalten, liegen bislang keine Erkenntnisse vor.” Also eine “Verfärbung” an einem Paket löste einen Groß-Einsatz aus. Aha.

Jetzt reichen offenbar geringste Anlässe, um die höchste Alarmstufe auszulösen und den Einsatz von Sprengstoff-Experten, kann man der Pressemeldung der Polizei entnehmen: “Das Paket wurde von den Spezialisten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg geöffnet.”

Wenn gerade kein ungenannter “Nachbar” oder anonymer “Zeuge” zur Hand ist, um eine Falschbeschuldigung auszustoßen, könnte jetzt eine falsche Absende-Adresse ausreichen. Hier bietet sich ein weites Feld gegen unliebsame Bürger vorzugehen. Die richtige “Verfärbung” an der Post und ein falscher Absender wäre eine Variante. Seit dem angeblichen Ausbruch der schlimmsten Krankheit der Menschheitsgeschichte, reicht ein “Nachbar”, der einen Kindergeburtstag vermutet, um einen Großeinsatz in deiner Wohnung auszulösen, bei dem du am Ende in Handschellen gefesselt abgeführt wirst, falls du das alles etwas übertrieben finden solltest. Ich erinnere auch an die Hausdurchsung in Mannheim-Waldhof im Oktober 2020 “jedoch ohne Ergebnis”. Damals musste laut Polizei-Meldung ein anonymer telefonischer angeblicher “Zeuge” herhalten, um ein Anwesen abzusperren und starke Polizeikräfte für Durchsuchungsmaßnahmen hinzuziehen.

Interessant, wie sehr sich der Innenminister von Baden-Württemberg plötzlich zu Wort meldet und das Thema Post und Pakete irgendwie kommentieren will oder muss. Es scheint, in den letzten Tagen gibt es mutmaßlich ein erhöhtes Interesse bei Politikern an der Post der Bürger. Innenminister Thomas Strobl stellt laut ntv bereits voreilig Vermutungen an: “Ich habe schon nach dem zweiten Fall eine Vermutung gehabt…” Schlimm verletzt aber wurde niemand so sehr, dass er oder sie nicht wieder das Krankenhaus verlassen konnte: “Nach Angaben Strobls sind alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden.” Sicher aber ist, dass es kürzlich ein neues Postgesetz gab, dass Paketboten angeblich verdächtige Pakete öffnen können. Eine “Verfärbung” dürfte mit der heutigen Meldung jetzt wohl ausreichender Grund sein.

Zeitlich fällt das Thema der angeblich gefährlicher gewordenen Pakete auch zusammen mit einem neuen Anlauf von Politikern das Porto zu erhöhen. In der Vergangenheit gab es nach Ansicht mancher das Gewähren mehrerer “unrechtmäßiger Portoerhöhungen”.

W.I.M. 📈🏛📣

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/14915/4843654

Anonymer telefonischer “Zeuge” für Begründung von Hausdurchsuchung und Großeinsatz: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/14915/4734886

 

Beispiel-Foto von einem Paket!!