ZEW-Uni-Berlin-Studie. Haben Gegendemonstranten und harte Polizeieinsätze “keinen Bezug zu” irgendwas?

Aktualisiert am 10. Februar 2021 | 16:02 Uhr von wim

WIM befragte das ZEW Mannheim zur Studie gemeinsam mit der Humboldt-Universität Berlin über angeblich nicht vorhandene Zusammenhänge von Gegendemonstranten oder die Art und Weise wie Polizisten mit den Demonstranten umgehen. Uns ist der vorsätzlich nicht vorhandene “Bezug zu” Gegendemonstranten oder Wasserwerfern aufgefallen. Dies wurde uns heute ausdrücklich bestätigt. Man steht dazu. Jeder Wissenschaftler sollte eigentlich den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität kennen. Aber wenn es um die Regierungslinie geht, stehen aber offenbar politische Grundentscheidungen (Merkel 21. Jan 2021) der Logik im Weg. Mit einem der beiden Ersteller der Studie telefonierte ich. Beim Thema Antifa hörte ich, wie er versuchte anfangen zu behaupten, dass er gar nicht wisse, wer hier noch demonstriert habe. Auch die Antwort unten besagt, dass man von Gegenprotesten angeblich nichts weiß oder nichts wissen will. Denn mit “nur die Demonstrationen” sind absichtsvoll alle anderen möglichen Variablen außer Acht gelassen worden außer den beiden angemeldeten Querdenken Demos am 7. November 2020 in Leipzig und am 18. November 2020 in Berlin. Aber darum herum gab es zahlreiche weitere Anmeldungen.

Und warum man ausgerechnet diese beide Demonstrationen genommen habe. Ja, da wäre eben die Datenlage besonders gut gewesen. Hier wird völlig unwissenschaftlich aus zwei Ereignissen allein eine allgemein gültige Regel konstruiert. Das wäre so als ob ich ins Casino gehe, zwei Mal auf rot setze und dann kommt zwei Mal rot. Hinterher schreibe ich eine Studie und sage. Immer, wenn ich ins Casino gehe und auf rot setze, gewinne ich. Das funktioniert aber nur bei mir und von dir war ja keine Rede.

 

o Wem kam die Idee zur Studie. Gab es zuvor Kontakte zur Politik, als einen Auftrag oder eine Art Auftrag? Vgl. https://wim-zeitung.de/rki-lieferte-offenbar-worst-case-szenario-im-auftrag-gerichtsurteil-stellt-bundesinnenministerium-bloss/

“Es gibt keinen Auftraggeber. Die Studie ist aus Eigeninitiative der beteiligten Wissenschaftler entstanden”

 

o Aus welchen Mitteln finanziert sich die Studie?

“Entsprechend finanziert sich die Studie über ZEW und Humboldt-Universität zu Berlin.”

 

o Die Studie erwähnt nicht die terroristischen Gruppen Antifa bzw. Gegenproteste. Warum? Das Wort „Antifa“ kommt nicht vor, wohl aber mehrfach das Wort „Querdenken“ und auch in der Überschrift

“Unser Studie untersucht nur die Demonstrationen im November in Leipzig und Berlin, da hier mehrere Bedingungen zusammen kommen: Ansammlung von vielen Personen + weitestgehend keine Einhaltung von Hygieneregeln + ein allgemein hohes Infektionsniveau. Daher stellen wir keinen Bezug zu terroristischen Gruppen Antifa bzw. Gegenproteste her.”

 

o Die Studie erwähnt nicht den Einsatz von Wasserwerfern. Warum? Spielt dies bei möglichen Infektionen keine Rolle?

“Wir können keinen Bezug zu Wasserwerfern herstellen und ob diese eine Rolle bzgl. der Infektionen spielt. Die Teilnehmer/innen können sich sowohl bei der Demonstration als auch bei der Busreise angesteckt haben. Wir vergleichen die Sieben-Tage-Inzidenz zwischen Landkreisen mit Demofahrten-Verbindungen und Landkreisen ohne solche Verbindungen jeweils vor und nach den Demonstrationen.”